Bakterielle Infektionen bei Garnelen

Amazonas MagazinJeder Garnelenhalter weiß, dass die Wasserwerte im Aquarium sehr wichtig für das Wohlergehen und die Gesundheit der Wirbellosen ist. Die sehr stark an ihre Umgebung ange­passten Tiere reagieren teilweise schon auf kleinste Veränderungen ihres Lebensraums und es kommt häufig zu Ausfällen und Erkrankungen. Durch einen Artikel in der aktuellen Ausgabe 28 (März/April 2010) des Süßwasser-Fachmagazins Amazonas wurde ich auf eine weitere Bedrohung aufmerksam. In einem insgesamt sechs­sei­tigen Artikel beschreibt der Autor Michael Wolfinger sehr detail­liert das Problem von bakte­ri­ellen Infektionen bei Garnelen.

Häufig liest oder hört man von Garnelenhaltern, deren Tierbestand konti­nu­ierlich durch verein­zelte Todesfälle schrumpft — trotz an sich ausge­zeich­neter Wasserwerte. Selbst in gut einge­fah­renen Becken, die schon lange ohne Probleme laufen tauchen hin und wieder solche Probleme auf. Schnell macht sich Ratlosigkeit und Verzweiflung breit. Trotz guter Wasserwerte werden Einrichtungsgegenstände und Pflanzen entfernt oder sogar der Bodengrund ausge­tauscht. Dabei könnte das Garnelensterben auch durch eine zu hohe Keimdichte im Wasser ausgelöst werden.

Um die Anzahl der (schäd­lichen) Keime im Wasser möglichst niedrig zu halten führt daher kein Weg an regel­mäs­sigen Wasserwechseln vorbei. Gerade in kleinen Nano-Becken ist dies noch wichtiger als in normal großen Aquarien. Durch regel­mäs­siges »verdünnen« des Aquarienwassers mit Frischwasser kann man die Keimzahl relativ einfach von Anfang an niedrig halten. Was aber, wenn das Becken schon an einer Überdosis Bakterien leidet?

Hier gibt der Autor des Artikels ebenfalls ein paar wichtige Tipps. Die wich­tigsten will ich einmal kurz nennen:

  • In der ersten Woche täglich 80% Teilwasserwechsel, wobei man das Wechselwasser unbedingt mit einem Wasseraufbereiter, z.B. Biotopol C vorbe­reiten sollte.
  • Futterreste, die sehr wahr­scheinlich schnell mit Bakterien konta­mi­niert sind müssen aus dem Becken entfernt werden. Auch in der Zersetzung befind­liches Laub und/oder Erlenzapfen, Rinde usw. sollte entfernt werden.
  • Tote Tiere müssen sofort aus dem Aquarium genommen werden, da sich die Infektion bei den oft zu Kannibalismus neigenden Garnelen schnell ausbreiten kann.

Es zeigt sich nochmals ganz deutlich, dass die Wasserpflege essen­tiell für das Wohl der Bewohner wichtig ist. Auch ein gut gepflegter Filter gehört hier dazu. Ist der Filter zugesetzt verliert er schnell an Leistung und kann das Wasser nicht mehr genügend reinigen.

Sollte das alles nicht helfen bleibt meist der Griff zu Medikamenten nicht aus. Welches Medikament aber in Frage kommt hängt sehr stark von der Art der Bakterien ab. Um diese aber zwei­felsfrei bestimmen zu können bedarf es schon eines Mikroskops.

Zu den Anzeichen und der Erkennung von Bakterienerkrankungen wird im genannten Artikel natürlich auch noch einiges geschrieben. Hier wird beispiels­weise zwischen äußeren und inneren Infektionen unter­schieden und deren Verlauf beschrieben. Anhand von Beispielfotos lassen sich die Symptome gut erkennen, so dass man — im hoffentlich nie eintre­tenden Fall — die eigenen Tiere auf eine durch Bakterien verur­sachte Erkrankung hin unter­suchen kann, um früh­zeitig die richtigen Schritte einleiten zu können.

Quelle: Bakterielle Infektionen bei Garnelen, Michael Wolfinger, Amazonas Magazin Seite 56ff.

Die genannte Ausgabe des Amazonas Magazins lässt sich direkt online bestellen und kostet nur 4,80 EUR. Für Aquaristik-Interessierte ein schönes Magazin mit inter­es­santen Artikeln.

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