Bodenfilter-Selbstbau für Nano-Cube
Die Neueinrichtung meines zur Zeit nicht genutzten 10 Liter Nano-Aquariums von Dennerle steht an und im Vorfeld habe ich mir so einige Gedanken zur zum Einsatz kommenden Technik gemacht. Da ich auf eine Heizung am gewünschten Aufstellort in der Küche verzichten kann — das Wasser hat eine Temperatur von 22 – 23°C — bleibt nur die Frage nach dem Filter offen. In einem so kleinen Becken ist Platz kostbar und sollte nicht durch einen großen Innenfilter verschwendet werden. Ein selbstgebastelter HMF ist dadurch leider keine Option.
Ein Außenfilter wäre sicher eine gute Alternative, da dadurch auch die Gesamtmenge an Wasser erhöht würde — wäre aber für ein so kleines Becken doch irgendwie etwas »Overkill«. Zumal die Förderleistungen eines kleinen Außenfilters für die Beckengröße eigentlich zu hoch sind.
Und da ich sowieso Lust auf etwas Neues und Bastelarbeit hatte wollte ich mich an einem Bodenfilter versuchen. Die im Handel zu findenden fertigen Sets sind leider für kleine Becken mit einer Grundfläche von gerade einmal nur 20×20 cm nicht wirklich geeignet, da die Filterplatten meist im Format 14×7 cm angeboten werden. Ich könnte also gerade mal zwei Platten verbauen und hätte dann noch sehr viele übrig. Also selberbauen.
Zunächst habe ich mir aus etwa drei Zentimeter hohen PVC-Winkelstücken vier 17 Zentimeter lange Seitenteile zurechtgeschnitten, aus denen ich dann mit Aquarien-Silikon einen Rahmen auf den Aquarienboden geklebt habe. Die durch den leicht groben Zuschnitt entstandenen Fugen habe ich auch großzügig mit Aquariensilikon ausgefüllt, so dass eine wasserdichte Wanne entstand. So gewährleiste ich, dass später nur Wasser von oben angesaugt wird und kein Bodengrund von der Seite in den Filter gedrückt wird. Damit das Silikon richtig aushärten konnte wurde das ganze erstmal 48 Stunden lang in Ruhe gelassen.
Aus einer PVC-Stange mit quadratischem Profil (innen hohl) habe ich kleine, eingekerbte Stücke als Abstandhalter in die Wanne geklebt. Hier wird nachher die Filtermatte aufliegen und gewährleisten, dass am Boden ein etwa fünf Millimeter hoher Freiraum bleibt, in dem das Wasser angesaugt wird.
Auf diese Abstandhalter kamen dann noch Pflanzgitter aus Kunststoff, wie sie zum Beispiel in Bonsaischalen zum Einsatz kommen, damit das Pflanzsubstrat nicht durch die Abflussöffnung bröselt. Diese dünnen Plastikgitter dienen als Verstärkung der Konstruktion, damit sich die Filtermatte nicht unter dem Gewicht des nachher aufgehäuften Bodengrunds und der Dekoration bis zum Boden durchrücken kann.
Nun aus einer zwei Zentimeter dicken mittelgroben Filtermatte noch ein 17×17 cm großes Quadrat ausschneiden, an einer Ecke etwas einschlitzen, das Rohr der Förderpumpe durchstecken und in die »Filterwanne« im Aquarium legen. Als Förderpumpe habe ich einen alten, luftbetriebenen Schwammfilter genommen — ohne den Filterschwamm natürlich. Das geschlitzte Ansaugrohr liegt nun von der Ecke der Filterwanne zur Mitte unter der Filtermatte.
Fast fertig. Auf die Matte kommt nun noch eine etwa 1,5 Zentimeter dicke Schicht Zeolith. Das soll später im Betrieb dafür sorgen, dass sich viele Bakterien ansammeln die das Wasser biologisch filtern. Auf die Zeolithschicht kommt dann noch eine 3 bis 5 Zentimeter hohe Schicht Bodengrund und die Deko — und fertig ist der fast unsichtbare Bodenfilter.
Ein Bodenfilter nutzt den gesamten Bodengrund als mechanisches und biologisches Filtermedium. Das Rohr unter der Filtermatte saugt Wasser an und fördert es nach oben. Dadurch »fällt« bzw. sickert Wasser von oben durch den Boden nach. Grobe Partikel bleiben in den ersten Millimetern des Bodens hängen, wo sie später von Garnelen und Schnecken ohne Probleme aufgenommen werden können. In den tieferen Schichten des Kies und im Zeolith sammeln sich Bakterien, die im Wasser gelöste Stoffe wie Nitrit etc. abbauen und verstoffwechseln. Hier können auch die Pflanzen mit ihren Wurzeln die Nährstoffe aufnehmen. Dadurch, dass immer frisches Wasser gleichmässig durch den Bodengrund strömt werden die Bakterien immer mit frischen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, so dass der biologische Filter sehr effizient arbeiten kann. So habe ich in dem kleinen Becken einen nahezu wartungsarmen Filter mit einer Gesamtfläche von knapp 290 cm2, der zudem absolut garnelensicher ist.
Wie effektiv und gut der Filter arbeitet konnte ich schon wenige Minuten nach dem Einschalten der Pumpe sehen. Nach dem Einfüllen des Wassers war das Becken noch sehr trüb. Diese Trübung kam unter anderem durch den verwendeten Akadama Bodengrund, den ich vorher nicht ausgewaschen habe. Nach gerade einmal nur nur zehn Minuten bei eingeschalteter Filterpumpe ging die Trübung schon merklich zurück. Eine Stunde nach in Betrieb nehmen des Filters war das Wasser schon glasklar. Selbst die durch Zugabe eines flüssigen Filtermediums entstandene Trübung, die normalerweise zwei bis drei Stunden anhält, war verschwunden. Mein Selbstbaufilter scheint schon ganz gut zu funktionieren.
Ich bin jetzt die nächsten Tage auf die Entwicklung der Wasserwerte gespannt und wie der Filter arbeitet. Durch den Einsatz der Filtermatte sollte sich der Filter nicht zu schnell zusetzen (wenn überhaupt) und sicher ein Jahr und länger zuverlässig arbeiten. Da ich in dem Becken nur wenige Pflanzen einsetzen werde ist die Lösung mit dem Luftheber als Förderpumpe sehr von Vorteil, da ich so für die später im Becken lebenden Garnelen ausreichend Sauerstoff ins Wasser einleite.
Auf den folgenden Bildern kann man ein paar der oben beschriebenen Arbeitsschritte beim Bau des Filters nachvollziehen. Alles in allem war die ganze Angelegenheit gar nicht so schwer und hat Spass gemacht. *g*
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Tags: Akadama, Anleitung, Aquaristik, Aquarium, Bodenfilter, Bodengrund, Cube, Dennerle, Filter, Nano, Selbstbau, Silikon, Technik
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