Brahms in der Philharmonie in Luxemburg

Philharmonie in Luxemburg

Am vergan­genen Wochenende hatte ich die Gelegenheit in der Philharmonie Luxemburg ein klas­si­sches Orchester zu erleben. Concerto Köln, begleitet von einem Chor und zwei Solisten spielten »Brahms: Ein deutsches Requiem«.

Um es gleich vorweg zu nehmen: auf dem Gebiet der Musik bin ich ein absoluter Laie; meine Musikerfahrungen basieren gänzlich auf vier Jahren inbrünstig gespielter Grundschul – Blockflöte; Musik gehört für mich zu den Bereichen, in denen mir Hintergrundwissen und Verständnis in weiten Teilen fehlen. Und genau das hat mir einen wohl unver­gess­lichen und tollen Konzertabend in der Philharmonie beschert.

Mit Karten der besten Kategorie in Händen und kostü­miert in Anzug bzw. Kleid betraten wir das beein­dru­ckende Philharmoniegebäude am Place de l’Europe in Luxemburg. Architektonisch von Außen wie von Innen ein tolles »Haus« und eine andere Welt. Kurz vor 20 Uhr suchten wir dann im großen Saal unsere Plätze bevor Orchester und Chor die Bühne betraten. Kurze Zeit später folgten die beiden Solisten und der Dirigent — und es ging los.

Wie schon eingangs erwähnt habe ich kaum Bezug zur Musik. Aber das an diesem Abend präsen­tierte Stück hat mich durch und durch begeistert. Nichts ahnend was da auf mich zukommt war ich in kürzester Zeit in den Bann der Musik und der Aufführung gezogen. Es ist faszi­nierend zu sehen und zu hören, wie perfekt und präzise ein Orchester dieses Formats zusam­men­spielt, wie die einzelnen Instrumente gemeinsam diese Klangwirkung erzielen — Gänsehaut vorprogrammiert.

Orchester Concerto Köln

Für einen Außenstehenden wie mich ist es nahezu unbe­greiflich, wie ein Komponist ein solches Werk überhaupt erschaffen kann. Diese vielen unter­schied­lichen Instrumente, Stimmen und Melodien zu einem Gesamtwerk zu vereinen — wie perfekt synchro­ni­sierte Zahnräder die inein­ander greifen. Für mich war das pure Magie. Keine Zaubertricks sondern echte Magie Unbegreiflich, ungeheuer und wunder­schön. Ich bin immer noch begeistert von dieser musi­ka­li­schen Darbietung.

Im Publikum konnte ich auch einige Personen beob­achten, die anhand von Notenblättern das Stück mitver­folgten. Die tiefere Kenntnis der »musi­ka­li­schen Geheimnisse« ist ganz sicher sehr faszi­nierend und auf ihre Weise schön, ich jedoch bin sehr froh darum, diesen Abend in einer für mich total fremden Welt erlebt zu haben — ganz naiv und unwissend. Ansonsten hätte ich diese Verzauberung wohl nicht erlebt.

Wer einmal die Chance bekommt, ein Sinfonieorchester live zu erleben sollte sie unbedingt nutzen. Auch wenn man keinen Bezug zur (klas­si­schen) Musik hat — es wird einen mitreißen, da bin ich mir sicher. Ich weiß jeden­falls, dass das nicht mein letztes Konzert dieser Art gewesen sein wird.

Während des Konzerts musste ich häufig daran denken, dass Komponisten, die solche Werke erschaffen können sicher auch gute Programmierer wären. Man möge mir diesen schon fast blas­phe­mi­schen Vergleich verzeihen, aber immer wenn ich mir die vielen unter­schied­lichen Instrumente und Stimmen als Noten vorstelle fühle ich mich an parallel ablau­fende Algorithmen erinnert, an Multithreading und Interprozesskommunikation. Wie heißt es im Film »23 — Nichts ist so wie es scheint« noch so schön?

»Wenn Bach heute leben würde wäre er ein Hacker.«

Da könnte was dran sein…

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Ein Kommentar

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