Mehr Licht im Fluval Edge

Edge mit Halogen

Original Halogenbeleuchtung

»Mehr Licht!« sollen Goethes letzte Worte auf dem Sterbebett gewesen sein. »Mehr Licht!« hört man auch Besitzer des Design-Aquariums »Fluval Edge« des Herstellers Hagen sagen — allerings meist schon direkt nach dem Aufstellen und dem ersten mal Inbetriebnehmen der mitge­lie­ferten Beleuchtung. Zwei beinahe schon als »mickrig« zu bezeich­nende 10 Watt Halogenstrahler (MR11/GU4) werden mitge­liefert. Der geringe Abstrahlwinkel und das warmweiße Licht lassen das Becken in den Randbereichen sehr düster aussehen. Wer ernsthaft unter derlei Lichtvoraussetzungen mehr als nur Moose im Aquarium auf Dauer anpflanzen möchte muss das Licht ersetzen. Aber gegen was?

Vor diesem Problem stand ich auch, als mein neues Edge endlich hier war. Im Internet findet man beim Suchen manche Anleitung und Vorschläge, wie das Lichtproblem gelöst werden kann. So gibt es Beleuchtungsumbauten zu bestaunen, die den ursprüng­lichen Beleuchtungsarm komplett demon­tieren und  zwei herkömm­liche Aquarienlampen mit entspre­chend Leistung einbauen. Oder es werden zusätzlich zu den vorhan­denen Spots noch weitere Lampenfassungen ange­bracht. Zu solchen Umbaumaßnahmen wollte ich aller­dings anfangs noch nicht greifen und habe mich weiter nach einer Lösung umgesehen, die etwas einfacher zu reali­sieren sind.

LED Spot MR11/GU4

LED Spot MR11/GU4

Dabei bin ich dann im »MeinEdge«-Onlineforum auf den Tipp gestossen, die Halogenleuchtmittel gegen passende LED-Spots auszu­tau­schen. Die vorge­schla­genen LED-Spots in warm­weißem Licht haben einen Abstrahlwinkel von 120°, sind extrem hell (130 Lumen), benötigen nur einen Bruchteil der Energie (2,4 Watt) bei fast nicht vorhan­dener Wärmeentwicklung. Trotz fehlender Langzeiterfahrungen mit den LEDs habe ich mich dann sehr schnell entschlossen, den Spots eine Chance zu geben und zwei Stück bei der Firma roh-tec bestellt.

Edge mit LED-Spots

Warmweiße LED-Spots im Edge

Kurz darauf erstrahlte mein Edge im neuen Licht. Naja… ganz neu war das Licht nicht. Von der Lichtfarbe– und –Temperatur unter­scheiden sich die LED-Spots kaum von den original Halogenlampen. Beide liefern eine Farbtemperatur von etwa 3.200 Kelvin, gemeinhin also ein Licht, das man auch von Glühlampen im Wohnbereich kennt. Ein relativ hoher Rotanteil und eher weniger Grün– und Blauanteile machen das Licht angenehm und bringen eine sehr schöne Atmosphäre ins Aquarium. Durch die LEDs mit ihrer breiteren Streuung wurde das Becken insgesamt heller, auch in die Randbereiche kam nun Licht — eine klare Verbesserung zu vorher, und das mit minimalem Aufwand.

Jeder, der sich mit Pflanzen auskennt — ich gehöre mit meinem »braunen Daumen« eher nicht zu dieser Gruppe — wird jetzt bemerken, dass Licht im Bereich von 3.000 Kelvin eher nicht die beste Wahl für eine Pflanzenbeleuchtung ist. Licht in dieser Temperatur entspricht in etwa dem Licht nach Sonnenauf– bzw. vor Sonnenuntergang. Tageslicht am Mittag hat dagegen eine Farbtemperatur im Bereich von etwa 5.500 bis 6.500 Kelvin. Und genau das ist auch der Bereich, in dem die meisten »Pflanzenleuchten« im Fachhandel Licht abgeben. Für gutes Pflanzenwachstum im Edge und Aquarien allgemein reicht es also nicht, einfach nur sehr helle Lampen zu instal­lieren. Das abge­gebene Lichtspektrum, vor allem die Rot– und Blauanteile im Licht sind wichtig.

Fluval Edge LED-Vergleich

LEDs im Edge. Rechts 3.000 K, links 6.000 K.

Also habe ich mich wieder auf die Suche nacht LED-Spots im passenden Lichtspektrum gemacht. Allerdings gestaltete sich die Recherche nicht immer ganz einfach, da zwar viele Anbieter LED-Spots in der Lichtfarbe »kaltweiss« anbieten, aber die genaue Angabe der Farbtemperatur fehlte meist. Ich wurde aber letzt­endlich doch noch fündig. So habe ich jetzt in meinem Edge zwei sehr helle LED-Leuchtmittel mit 6.700 Kelvin Lichttemperatur und 150 Lumen Lichtstrom.

6000 K LEDs

Die 6000 Kelvin LEDs im Einsatz

Das Licht wirkt im Vergleich zu den ursprüng­lichen Halogenlampen wesentlich »weißer«, fast schon bläulich und erinnert sehr stark an das Licht von Aquarien– und Pflanzenlampen. Dem Grünzeug in meinem Edge scheint das Licht nach gut drei Wochen sehr gut zu bekommen, über ein Mangel an Wachstum kann ich nicht klagen, alles grünt und wuchert.

Die Frontalfotos des Edge auf dieser Seite sind alle mit den gleichen Belichtungseinstellungen aufge­nommen um eine Vergleichbarkeit zu gewähr­leisten. So kann man sich etwas besser ein Bild von der Verbesserung der Beleuchtung im Aquarium machen. Das folgende Bild zeigt mein Fluval Edge wie es momentan aussieht.

Fluval Edge

Und so sieht mein Edge zur Zeit aus

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4 Kommentare

  1. Frage: Wo kann ich die LED_Spots mit 6´700 Kelvin und 150Lumen kaufen?

    Mit freund­lichen Grüssen
    E. Pittet

  2. Der Online-Shop, in dem ich meine 6.700 Kelvin LEDs gekauft habe ist sogar im obigen Artikel zweimal verlinkt, aber hier nochmal:

    HardwareRogge — LED MR11 Leuchtmittel, kaltweiß

    Und nein, ich habe mit dem Shop nichts zu tun und bekomme auch keine Provision (der Shop-Betreiber darf sich aber gerne melden, sollte er das hier lesen). Ich habe die LEDs dort selbst per Google-Suche gefunden, fand den Preis ok, habe bestellt und 1 1/2 Tage später waren die Spots bei mir. *g*

  3. Super! Ich habe selbst seit 3 Wochen ein Nano Edge und die Beleuchtung ist mir einfach zu schumrig. An den Rändern (wie auch unter den Blättern) kommt so wenig Licht an, dass man denkt, die Lampen wären aus. Ok, ich habe viel­leicht etwas mehr Pflanzen drin, aber jedem das seine.
    Umso besser finde ich den Artikel hier!!! Habe mir die beiden LEDs sofort ebenfalls bestellt und bin mal gespannt!
    Es muss einfach mehr Menschen geben, die Erfahrungen weiter­geben. Denn diese Infos sind meist die einzigen, die weiter helfen! Also, alles top und weiter so!

    Vielen Dank!

  4. Hallo Manuel!

    Zunächst einmal freut es mich, dass du mit meinem Blogbeitrag etwas anfangen konntest. :-)

    Das Edge ist leider nicht sehr geeignet für üppigen, flächen­de­ckenden Bewuchs. Belässt man es ohne größere hand­werk­liche Umbauten bei der Beleuchtung im Deckel, dann werden die Ecken immer etwas dunkler bleiben als der Rest. Der Einsatz von LEDs hilft aller­dings schon, die die »Funzelbelechtung« der Halogen-Spots auf ein erträg­liches Maß zu steigern, damit man auf gut 75% der Fläche Pflanzen aller Art halten kann.

    Wenn Du erst seit kurzem ein Edge hast, dann schau die mal das Online-Forum meinedge​.de an. Hier geht es primär um dieses Nanobecken.

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