Mein neues Aquarium, ein Fluval Edge

Seit ein paar Tagen steht ein neues Aquarium auf meinem Schreibtisch. Mit einem Fassungsvermögen von 25 Litern ist es damit 2,5 mal größer als mein kleiner Dennerle NanoCube, in den nur zehn Liter passen. Damit gehört das Fluval Edge der Firma Hagen ebenfalls zu den Nano-Aquarien. Durch sein beson­deres Design ist es aller­dings ein echtes Schmuckstück.

Das Besondere am Edge ist, dass es fast voll­ständig geschlossen ist, so dass es komplett mit Wasser gefüllt werden kann. Das ermög­licht einen glas­klaren und unge­trübten Blick auch von oben in die Nano-Unterwasserwelt. Weiter wurden Filter, Beleuchtung und die damit einher­ge­henden Kabel in einem schönen Sockel versteckt, so dass um das Aquarium herum kein unschöner Kabelsalat mehr herrscht.

Die besondere Bauform des Edge bringt neben den Vorteilen in der Optik aber auch Nachteile mit sich. Da die Beleuchtung nur aus einem kleinen Schacht heraus erfolgt ist das Becken nicht sonderlich gut ausge­leuchtet. Das Becken ist dadurch für viele schnell­wach­sende und licht­hungrige Wasserpflanzen nicht geeignet. Auch wird man Probleme haben, Pflanzen in den Ecken des Beckens gut zum Wachsen zu bringen. Die mitge­lie­ferten 10 Watt Halogen-Spots kann man aber gegen entspre­chende LED-Spots austau­schen, die durch eine größere Helligkeit und einen Abstrahlwinkel von nahezu 120° das Becken etwas besser ausleuchten. Zudem verbrauchen die LED-Spots nur einen Bruchteil der Energie im Vergleich zu den Halogen-Strahlern und auch die Wärmeentwicklung fällt deutlich geringer aus.

Ein weiteres Problem stellt der Gasaustausch im Becken selbst dar. Durch die relativ kleine Öffnung und damit nur geringe Wasseroberfläche sollte man keine Tiere im Becken halten, die öfter mal an die Oberfläche wollen oder müssen. Die meisten Wirbellose werden damit aber kein Problem haben.

Der dem Becken mitge­lie­ferte externe Anhänge– oder Rucksackfilter ist ebenfalls schön im Sockel versteckt. Leider neigt der Filter zu störenden Vibrationen, die durch den Sockel selbst und das Becken verstärkt werden — das Ding brummt und rappelt. Mit etwas Schaumstoff an den richtigen Stellen lässt sich dieses Manko aber beseitigen.

Bodengrund einfüllenNach dem Auspacken habe ich meinem Becken erstmal eine kleine achtfach LED-Reihe als Mondlicht beschert und mich danach an das Befüllen des Bodens mit Pflanzennährboden (Dennerle Deponit Mix) und rotem Garnelenkies gemacht. Damit man den nicht so hübschen Nährboden später nicht sieht habe ich dazu anfangs am Rand eine etwa ein Zentimeter breite Anhäufung von vorher ausge­wa­schendem Kies an den Glasinnenwänden verteilt. In die so entstandene Mulde wurde dann der Nährboden einge­bracht und dann der restliche Kies nach hinten hin leicht ansteigend verteilt. Schnell noch ein bißchen Deko in Form von Schiefersteinplatten, einer Wurzel, einer Buddha-Dekofigur und ein paar weißen Steien im Becken ange­ordnet, fertig.

Fluval Edge fertig dekoriertDie Pflanzen kamen noch nicht ins Becken, die mussten erst noch ein paar Tage wässern um von eventuell vorhan­denen Düngemitteln und Pestiziden befreit zu sein.

An den mitt­ler­weile im Becken befind­lichen Pflanzen werde ich aber nur bedingt Freude haben, denke ich. Das Neuseelandgras (Lilaeopsis novae zelandiae) wird mit etwas Glück gut anwachsen, aber beim austra­li­schen Zungenblatt (Glossostigma elati­noides) habe ich mich etwas vergriffen. Diese, in meinem Edge für den Vordergrund vorge­sehen Pflanze ist sehr licht­hungrig und benötigt eher weiches Wasser. Die ange­spro­chene Beleuchtungsproblematik und das eher harte Bitburger Wasser werden ihr wohl zum Verhängnis.

Um die »schwe­bende« Mooskugel mache ich mir weniger Gedanken. Hier bin ich mir sicher, dass sie mit den Bedingungen im Becken gut klar­kommen wird. Damit sie, wie im folgenden Video kurz zu sehen so schön im Wasser schwebt habe ich sie aufge­schnitten, eine kleine Styropor-Kugel ins Innere gedrückt und die Algen mit einem Nylonfaden grob vernäht. Das Ende des Fadens ist um einen Stein gewickelt und hindert die Kugel am auftreiben. Jetzt hängt sie im Hintergrund des Beckens wie ein grüner Ballon. :-)

In zwei bis drei Wochen sollten die Wasserwerte im Becken soweit stabil sein und meine RedFire Garnelen aus dem kleinen 10 Liter Becken dürfen dann umziehen in das größere Aquarium. Bis dahin wird ggf. das Zungenblatt gegen eine für das Becken besser geeignete Pflanze ersetzt und auf die Wurzel kommt noch eine Anubias.

Aber schon jetzt macht sich das neue Becken auf meinem Schreibtisch sehr gut und ich bin zufrieden mit meiner Kaufentscheidung für dieses etwas ausser­ge­wöhn­liche Becken. Es hat zwar einige Nachteile was zum Beispiel Beleuchtung und Pflege angeht, aber das nimmt man für dieses Design gerne in Kauf.

Im folgenden kurzen Video gibt es ein paar Bilder und Eindrücke vom Einrichten und wie es momentan aussieht. Viel Spass beim Anschauen.

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6 Kommentare

  1. Hallo

    Da hast du dir ja ein wirklich schönes »Nelen Zuhause« geschaffen.
    Mir gefällt dieses Design ausge­sprochen gut. Ich überlege mir gerade selber dieses Aquarium anzu­schaffen für mein Büro.
    Was mir besonders gut gefällt sind die Maße des Beckens.
    Ideal für Garnelen oder Cambarellus, mit etwas mehr Auslauf.

    Hast du schon Erfahrungswerte zur weiteren Pflege, wie Teilwasserwechsel und dergleichen?
    Ich könnte mir vorstellen, das alles einwenig umständ­licher ist.

    Viel Spaß mit dem Becken

    LG Ralf

  2. Hallo Ralf,

    freut mich wenn Dir mein Edge gefällt. :-)

    Zum Handling: der Wasserwechsel macht eigentlich keine Probleme. Ein kompletter Messbecher (1L) aus der Küche passt zwar leider nicht in die Öffnung, aber das bin ich von meinem kleinen 10 Liter Nanobecken nicht anders gewohnt. Ich schöpfe das Wasser einfach mit einer Tasse ab.

    Sollte man aller­dings mal mit der Hand rein­müssen, dann muss man schon so zwei-drei Liter raus­nehmen, da das Becken sonst überläuft. Es ist ja schon extrem voll und alles, was bißchen unter­taucht verdrängt dann genug Wasser, so dass es über den Rand schwappt. Ist aber bei einem vollen anderen Aquarium ähnlich.

    Pflanzen, die sehr lang und hoch wachsen muss man wahr­scheinlich sehr oft zurück­schneiden, da sie dann sonst gegen die geschlossene Decke wachsen, was ggf. nicht so schön aussieht und den Blick von oben versperrt.

    Allgemein sollte man sich zum Gärtnern und Pflegen eine lange Pinzette und eine lange Schere zulegen, da man mit der Hand nur mit Verrenkungen überall in alle Ecken kommt. Man muss eben alles durch die kleine Öffnung (17,5cmx12cm) machen.

    Die Pflege und Betreuung des Beckens hält sich aber in Grenzen und sollte nicht so viel mehr Arbeit machen, als andere Becken auch.

    Gruß,
    Andreas

  3. Hallo Andreas

    Danke für deine ausführ­liche Antwort.
    Um nichts zu verpassen, bin ich nun Follower geworden :)

    Gruß
    Ralf

  4. Hallo Ralf,

    hier wird es immer mal wieder was zum Thema Aquaristik zu sehen/lesen geben, denke ich. :-)

    Es gibt auch ein eigenes Forum zum Fluval Edge, zu finden unter meinedge​.de. Dort bin ich selbst seit ein paar Tagen aktiv, hier findest du viele inter­es­sante Themen und Bilder rund um das Aquarium.

    Gruß,
    Andreas

  5. Hallo,

    die Edge gefallen mir auch sehr gut, nur finde ich die spärliche Beleuchtung sehr schade. Je heller mein Becken, desto aktiver sind meine Garnelen, das habe ich im 160 Liter festgestellt.

    Ja, Pflanzen gehen nicht alle, da muss man schon sich für schnell­wach­sende entscheiden, die nicht viel Licht haben.

    Wenn man in einer Dachwohnung wohnt wo es sehr heiss wird im Sommer wird man wohl auch Probleme bekommen weil das Becken ja ganz zu ist.

    Aber schön sieht Dein Edge aus!

    Wünsche Dir viel Erfolg.

    LG
    Nadine

  6. Hallo Nadine,

    die Beleuchtung ist in der Tat etwas dürftig, vor allem die mitge­lie­ferten Halogen-Spots taugen nicht wirklich was. Ich habe jetzt wesentlich hellere LED Spots mit einer Lichttemperatur von 6700 Kelvin eingebaut, dadurch ist das Licht kein so großes Problem mehr. Die Pflanzen, die mitt­ler­weile im Becken sind gedeihen prächtig und die Garnelen fühlen sich sichtlich wohl (das mache ich einfach mal daran fest, dass sie sich schon sehr aktiv um die Vermehrung kümmern).

    Die licht­hung­rigsten Pflanzen wird man aber nach wie vor nicht im Edge unter­bringen können. Eine Verbesserung der Lichtsituation wird man nur durch massive Umbauarbeiten erreichen. Will man auch die Randbereiche/die Ecken ausleuchten muss man aller­dings das Design des Edge zerstören. Ich bin momentan aller­dings sehr zufrieden mit meinem Edge, die dunkleren Randbereiche und Ecken stören mich auch nicht weiter, ganz im Gegenteil: das Becken bekommt dadurch eine ganz andere und schöne Atmosphäre.

    Durch die kleine Öffnung und die kleine Wasseroberfläche verdunst nur wenig Wasser (im Vergleich zu anderen Becken). Das hat, wie du schon bemerkt hast natürlich im Sommer den Nachteil, dass das Becken sich stark erwärmen könnte. Damit habe ich hier im Raum weniger ein Problem, sollte aber vor der Anschaffung von allen Edge-Interessierten bedacht werden. Guter Einwand.

    Freut mich, dass dir mein Edge gefällt. Hier noch ein etwas aktu­el­leres Bild wie das Edge mit Bepflanzung aussieht:

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