OpenBSD 4.7 released!

Gute sechs Monate nach der letzten Release-Version wurde heute OpenBSD 4.7 frei­ge­geben. Der ursprünglich für den 1. Mai geplante Release-Zeitpunkt wurde dabei knapp drei Wochen verpasst. Als Vorbesteller der CDs habe ich das »Kugelfisch-UNIX« aber schon seit Anfang Mai auf einigen meiner Rechner instal­liert bzw. das Update durchgeführt.

Natürlich kommt auch Version 4.7 — übrigens die 28. OpenBSD-Version — mit zahl­reichen Neuerungen daher. Diesmal vornehmlich im Treiber– und Hardwarebereich. So gibt es nun erstmals für die SGI Octane Hardware SMP-Unterstützung. Auch die alpha-, loongson- (MIPS) und sparc64–Architekturen profi­tieren erneut von Verbesserungen. Besonders freut mich der verbes­serte Support der socppc–Plattform — hier kam Unterstützung für das Mikrotik RouterBOARD RB600A hinzu. socppc ist übrigens binär­kom­pa­tibel mit der macppc–Plattform — alle OpenBSD macppc-Pakete laufen 1:1 auf socppc.

Ein Großteil der neuen bzw. verbes­serten Treiber fällt auf Netzwerkkarten und Storagesysteme ab. Aber auch einige Video– und Audio-Treiber wurden dem Betriebssystem hinzugefügt.

Wer auf OpenBSD 4.7 umsteigen möchte sollte aller­dings den Upgrade-Anweisungen genau folgen. Auch intern hat sich an manchen Stellen etwas getan. So gibt es beispiels­weise Änderungen den Paketfilter pf betreffend:

  • nat-to, rdr-to, binat-to options replace the nat, rdr and binat trans­lation rules.
  • The route-to, reply-to, dup-to and fastroute options in pf.conf move to filteropts.
  • pf(4) can now translate packets between different routing domains.
  • Added –S and –L options to pfctl(8) to store and load pf state table from a file.
  • Added support for IPV4 and IPv6 divert sockets.

Das zur Konfiguration von Bridge-Schnittstellen benötigte Programm brconfig ist nun in ifconfig inte­griert und Bugs in der IPSec-Implementierung wurden behoben. Die sonstige Software-Ausstattung aus dem Ports-System ist eher konser­vativ geblieben. Nichts desto trotz bringt die neue OpenBSD-Variante sehr viele größere und kleinere Neuerungen mit — ein Update dürfte auf jeden Fall lohnen.

Ausführliche Informationen zu den Neuerungen gibt es in den Release-Notes und der detail­lierten Auflistung der Änderungen.

OpenBSD ist schon seit vielen Jahren meine erste Wahl unter den Unix– und unixoiden Betriebssystemen. Ich setze es auf Notebooks, Netbooks, Arbeitsplatzrechnern, Firewalls und Routern ein und bin sehr zufrieden wie innerhalb des Projekts an Dingen gear­beitet wird und immer wieder begeistert von der Code-Qualität, wenn ich mich im Quelltext umsehe oder Patches überprüfe. Ein herz­liches Dankeschön an die OpenBSD-Entwickler für dieses in meinen Augen fantas­tische Betriebssystem.

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